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„Geschichte greifbar machen“ – mit diesem Credo besichtigten die Schüler*innen der Jahrgangsstufe 12 der Gesamtschule Neunkirchen-Seelscheid vom 8.6 - 9.6.2022 die Stadt Weimar und die Gedenkstätte Buchenwald. Dabei führte eine digitale Rallye zum Thema „Weimar im Nationalsozialismus“ die Schüler*Innen auf historische Spurensuche, die unter anderem am „Führerbalkon“ des Hotel Elephanten hin zu den Vernehmungsräumen der Gestapo im Maststall des Stadtschlosses führte. Hier erinnern noch die gemahlenen Bruchstücke der Räumlichkeiten unter dem Titel „Zermahlene Geschichte“ an die Schrecken der nationalsozialistischen Herrschaft.

Anderntags besuchte der Jahrgang die Gedenkstätte Buchenwald.  „Jedem das Seine“ ist bei Eintritt in das Lager auf dem Tor des KZ Buchenwald von innen zu lesen, welches eindrucksvoll die zynischen und perfiden „Gerechtigkeitsvorstellungen“ der Nationalsozialisten verdeutlicht. Denn Buchenwald war eines der größten deutschen Konzentrationslager Deutschlands und ein zentraler Bestandteil der NS-Herrschaft. Im Stammlager mussten die Häftlinge schwerste Zwangsarbeit verrichten. Sie waren Willkür, Folter und Gewalt jeglicher Art ausgesetzt. Den inhaftierten Menschen mangelt es an allem: Verpflegung, medizinische Versorgung und angemessener Kleidung. Die Zahl der Todesopfer wird heute auf 45.000 Tausend Menschen geschätzt.

Die HistorikerInnen der Gedenkstätte erläutern den Schüler*Innen während des Rundgangs nicht nur Faktenwissen, sondern können auch emphatisch begreiflich machen, warum dieser Ort ein Ort der Unmenschlichkeit war. Die Gruppe geht vorbei an den Wachturmanlagen, dem schmiedeeisernen Eingangstor, den anliegenden Arrestzellen, die zur Folterung und Ermordung der Häftlinge genutzt wurden, hin zu den Grundmauern der Baracken und Verbrennungsanlage des Konzentrationslagers. Der Besuch der Dauerausstellung „Konzentrationslager Buchenwald 1937–1945“ im größten Gebäude des Konzentrationslagers, der Effektenkammer, dient mit der Ausstellung von Funkstücken, Bilder, Dokumenten und Biografien von Opfern und Tätern zur Vertiefung des Erfahrenen. Immer wieder drehen sich dabei die Gedanken um die Frage des „Warums“ und einer angemessen Erinnerungskultur und Aufarbeitung der nationalsozialistischen Geschichte.

Die Gedenkstätte Buchenwald bewegt, sie regt zum Nachdenken an, sie lässt uns Fragen stellen: „Das Thema ist real und nicht nur auf Bildern zu sehen, dadurch werden die Gräueltaten des NS-Regime jedem bewusst.“ oder „Die menschlichen und emotionalen Aspekte, die Unbegreifbarkeit der nationalsozialistischen Systematik konnte man deutlich besser vor Ort erfahren“ werden in der Nachbesprechung von den Schüler*innen geäußert. Dabei wird einmal mehr die Bedeutung außerschulischer Lernorte von Gedenkstätten für den Unterricht unterstrichen.

 

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