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Unsere Studienfahrt nach Berlin startete mit einem Stopp an der „Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn“, der ehemaligen DDR-Grenzübergangstelle an der Autobahn Berlin-Hannover. Die Grenzübergangsstelle erinnert heute die Besucher an die nahezu lückenlose Überwachung der deutsch-deutschen Grenze durch die Wachsoldaten der DDR und stimmte uns bereits auf den Schwerpunkt der kommenden Tage ein.

Gegen 18 Uhr erreichten wir das „Comfort Hotel Berlin“ in Lichtenberg.

Am nächsten Morgen stand ein Actionbound, eine digitale Stadt-Rallye, mitten durch Berlin auf dem Plan. Anschließend besuchten wir die Kulturbrauerei Berlin, wo wir einen Einblick in den Alltag in der DDR erhielten.

Danach machten wir uns auf den Weg zur Gedenkstätte Berliner Mauer. Hier hatten wir die Ehre, den Großvater einer Mitschülerin, einen Zeitzeugen, der direkt an der Bernauer Straße wohnt, zu treffen. Er berichtete uns sehr emotional von erfolglosen Fluchtversuchen, traurigen Abschieden und einer rührenden Wiedervereinigung mit Freunden nach vielen Jahren. Der Anblick der Überreste der Berliner Mauer, kombiniert mit der Geschichte des Zeitzeugen löste bei vielen von uns ein beklemmendes Gefühl aus.

Den Mittwochmorgen verbrachten wir mit einer zweistündigen Stadtrundfahrt durch Berlin.

Nach einer Pause am Holocaust-Mahnmal und einem Gruppenfoto am Brandenburger Tor verabschiedeten wir unseren Tourguide am Alexanderplatz. Während wir uns unsere Pizza schmecken ließen, bemerkten wir eine Gruppe Bauarbeiter, begleitet von mehreren Polizeistreifen, die auf der Straße für mehr Lohn demonstrierten. Zur der Zeit der DDR wäre eine solche friedliche Demonstration an diesem Ort ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.

Nach der Mittagspause fuhren wir mit unserem Bus zur Gedenkstätte Sachenhausen, dem ehemaligen Konzentrationslager in Brandenburg, das 1936 von den Nationalsozialisten errichtet wurde. Von den mehr als 200 000 Häftlingen kamen Zehntausende durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit und systematische Vernichtung ums Leben. Den Häftlingen wurde die Hoffnungslosigkeit ihrer Lage vor Augen gebracht, indem die Baracken vom Ausgang aus wie in einem Dreieck aufgestellt waren, damit man von jedem Punkt aus genau den Ausgang sehen konnte, der strengstes bewacht wurde. Ein Fluchtversuch war gänzlich unmöglich.

Mit Audioguides konnten wir Informationen zu den einzelnen Bereichen abrufen. Das Krematorium mit den Überresten der Öfen machte vielen von uns sehr zu schaffen und obwohl die Sonne hell leuchtete, war die Atmosphäre alles andere als entspannt. Die menschenverachtende Grausamkeit wurde hier erschreckend greifbar – verstärkt durch die Fotodokumente von ausgerissenen Gebissen, Kleiderhaufen oder Haarbergen.

Zum Gedenken an die Opfer waren Kerzen angezündet und frische Blumen abgelegt. Im Anschluss hatten wir nochmal die Gelegenheit, in Ruhe durch das Holocaust Mahnmal zu gehen. Je tiefer man hineingeht, umso mehr werden die Geräusche der umliegenden Großstadt verschluckt und die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit werden sehr bedrückend greifbar. Umso entlastender war die Abendgestaltung in kleinen Gruppen.

Am Folgetag stand eine Führung in der Gedenkstätte Hohenschönhausen, dem ehemaligen Gefängnisses des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, auf dem Programm. Die Führung durch die Gefängniszellen und Verhörräume wurde zu einer emotionalen Achterbahnfahrt, da ein ehemaliger Häftling sowie ein Historiker uns die Inhumanität dieses verstörenden Ortes nahebrachten. Die Willkür, die zu einer Verhaftung führen konnte, zeigte uns anhand der zahllosen Einzelschicksale sehr deutlich, wie wichtig es ist, mit allen Mitteln die Demokratie zu schützen.

Der Nachmittag stand dann im Zeichen des Sports: wir besichtigten das riesige Olympiastadion, konnten uns im VIP-Bereich aufhalten und die Umkleidekabine der Hertha BSC besuchen.  Ein besonderes Erlebnis für unseren Sport-LK, der seine Begeisterung mit einer Reihe von Gruppenselfies dokumentierte.

Am Abend luden uns die Lehrer zu einem Abschiedsessen in ein Restaurant ein. Mit der anschließenden „Berlin by night-tour“ und einem Gruppenfoto vor dem beleuchteten Brandenburger Tor verabschiedeten wir uns von dieser historisch eindrucksvollen und bunten Stadt.

Alles in einem war die Studienfahrt-Berlin eine sehr wertvolle und interessante Erfahrung und gleichzeitig ein Erlebnis, welches wir nicht mehr so schnell vergessen werden. Schließlich blieb bei allem „Studieren“ auch viel Zeit und Raum für „Unterhalten“ und „Feiern“J

 

Suhail Sirat, Q2

 

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