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Kaugummi kauen

 

Schreibe den Text in Ruhe und vor allem sauber und fehlerfrei handschriftlich ab. Das ist eigentlich eine vollkommene und oberflüssige Arbeit, aber wahrscheinlich hast du (nicht zum ersten Mal?) Kaugummi im Unterricht gekaut, obwohl du weißt, dass die Schulregeln das Kaugummikauen im Schulgebäude verbietet.

Die meisten Kaugummikauer*innen wissen nicht, wie der Siegeszug der kleinen Streifen begann. Daher soll hier ein bisschen Kau-Geschichte betrieben werden:

Mitte des 18. Jahrhunderts wollte der arbeitslose Amerikaner Thomas Adams Reifen erfinden, die die harten Stöße der eisenbereiften Kutschenräder dämpfen sollten. Dazu verwendete er eine Mischung aus Naturkautschuk Chiclegummi. Mit seine Reifen war er aber nicht erfolgreich. Als er beim Einkaufen einmal ein kleines Mädchen beobachtete, das Paraffin- Wachs zum Kauen einkaufte, fiel im schlagartig sein eigenes Gummigemisch wieder ein. Er zerschnippelte seine misslungenen Reifen in kleine Streifen, wickelte diese in Buntpapier und verkaufte sie unter dem Namen „Adams New Yorker Number One“. Sein Geschäft ging gut. Nachdem die Nachfrage nach Kaugummis ständig stieg, gab es bald mehrere Hersteller*innen. Der vorher geschmacklose Gummi wurde mit Pfefferminzöl, Zucker und Aromastoffen verfeinert. Im Jahr 1976 kamen die ersten maschinell hergestellten Kaugummis auf den Markt.

Es gibt Befürworter*innen und Gegner*innen des Kaugummis. Die Gegner*innen sehen vor allem in dem hohen Zuckeranteil einen großen Nachteil. Die jahrelangen Reihenuntersuchungen bewiesen, dass sich durch die ständige Anwesenheit von Zucker in der Mundhöhle der Säurewert des Mundspeichels dauernd erhöht. Der Zucker verwandelt sich in Säure, die den Zahn von außen angreift, indem sie den Zahnbelag schädigt.

Die Befürworter sehen im Kauen Kaugummi nur Vorteile. Das Gebiss wird gereinigt, die Speichelbildung wird angeregt und das Zahnbett wird massiert. Der größte Nachteil des Kaugummis liegt im hohen Zuckeranteil, es gibt heute jedoch schon Marken ohne Zucker.

Lehrer*innen verbieten das Kaugummikauen im Unterricht aus verschiedenen Gründen. Zum einen stört lautstarkes Schmatzen, Blasen bilden, Fäden ziehen oder Spielen mit dem Kaugummi sowohl die Lehrperson als auch die Mitschüler*innen. Auf der anderen Seite ist die Versuchung zu groß, den Kaugummi unter Tisch oder Stuhl verschwinden zu lassen, wenn die Kaulust nicht mehr da ist. Aber selbst beim leisen Kauen bleibt das Problem der Entsorgung, abgesehen davon, dass ein*e Kauer*in in ihrer/seiner Aussprache behindert ist und nicht mehr vorteilhaft aussieht.

Zum Schluss lässt du den abgeschriebenen Text noch von deinem Lehrer und deinen Eltern unterschreiben.