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Sozialkompetenz

Unsere Gesellschaft befindet sich in wesentlichen Bereich in einem Wandel, welcher unmittelbar in Schule hinein wirkt. Bedingt dadurch wachsen ihr immer mehr erzieherische Aufgaben zu, Ursache dafür sind oft Erziehungsdefizite und teilweise auch (Wohlstands-) Verwahrlosungserscheinungen im außerschulischen Bereich. In der Soziologie ist das Phänomen unter dem Begriff „Entstrukturierung“ zusammengefasst, d.h. angestammte Institutionen und Autoritäten verlieren an Einfluss und Bedeutung. Es entsteht ein Vakuum an Orientierung, Werte-Vermittlung und sozialer Bindung. Störungen in den sozialen Bindungen basieren häufig auf der Unfähigkeit, miteinander umzugehen. Was bei Kindern in Elternhaus und Schule an Förderung im sozialen Bereich versäumt wird, kann später kaum noch nachgeholt werden.

So sind in den Eingangsklassen häufig folgende Erscheinungen zu beobachten:

  • Verhaltensauffälligkeiten bis zum hemmungslosen und unangepassten Verhalten
  • Schwächen bei der sozialen Integration
  • Drang nach Aufmerksamkeit und persönlicher Zuwendung
  • Motivations- und Konzentrationsstörungen
  • Mangelnde Arbeitshaltung und Leistungsbereitschaft
  • Fehlendes Durchhaltevermögen
  • Mangelndes Selbstvertrauen
  • Versagensangst

 

Die extrem heterogen gewordene Schülerschaft erfordert von Schule, besondere Schwerpunkte auf die sozialen Aspekte der Erziehungsarbeit zu legen. Wir müssen unsere Voraussetzungen für schulisches Lernen selbst (neu) schaffen.

In einer Klasse, die nicht im Bereich des sozialen Lernens gefordert und gefördert wird, können sozialintegrative Werte nicht dauerhaft eingeführt werden. Diese Gruppe wird sich bald eigene Regeln setzen, die kaum zu korrigieren sind und unsere schulische Arbeit beeinträchtigen.

Deshalb müssen und wollen wir Schule als einen Lebensraum gestalten, in dem soziale Beziehungen eingeübt und gepflegt, ein friedlicher Umgang miteinander gefördert, Freude und Lernmotivation geweckt werden. Besonders erstrebenswert ist es, dass Schüler/innen Verantwortung für sich und andere übernehmen. Die Aufgabe der Lehrer/innen ist es, pädagogische Situationen zu schaffen, in denen die angestrebten Ziele und Verhaltensweisen trainiert und gelernt werden können.

Unsere Arbeit ist besonders an folgenden Zielen und Intentionen ausgerichtet:

  • Stärkung des Selbstvertrauens, eigene Fähigkeiten kennen lernen
  • Unterstützung der Ausbildung der Ich-Du-Wir-Beziehungen
  • Offene Kommunikationsstrukturen
  • Sich kennen lernen, um Angst voreinander zu verlieren
  • Förderung der Empathie-Fähigkeit
  • Fähigkeiten anderer akzeptieren und nutzen
  • Treffen von Vereinbarungen und deren Einhaltung
  • Teamfähigkeit fördern / miteinander kooperieren
  • In Teams gemeinsam Aufgaben lösen
  • Konfliktbewältigungsstrategien vermitteln und einüben (Hinführung zur Mediation)
  • Toleranz und Akzeptanz des Anders-Seins

 

Um diese Formen der sozialintegrativen Verhaltensweisen einzuüben, sind eine Vielzahl von Projekten, Ritualen und Übungen im Schulalltag aller Stufen integriert:

  • Sanfter Übergang für die Klassen 5
  • Aktionstage für jede Stufe mit unterschiedlichen, altersspezifischen Themenschwerpunkten (z. B. Team Building für Kl. 5, Umgang mit Gefühlen für Kl 6, Selbst-/Fremdwahrnehmung für Kl. 7, …)
  • Klassenfahrten mit Themenschwerpunkten
  • Schulendtage (geplant)
  • Anti-Mobbing-Konzept (geplant)
  • Streitschlichtung (Mediation) (geplant)
  • Schule gegen Rassismus – Aktion Courage, Schule gegen Homophobie (geplant)
  • Trainingsraum (geplant)
  • Sozialpraktika (geplant)
  • Unterstützung von sozial Schwachen aus der Gemeinde (Tafel o. Ä., geplant)
  • Sponsorenlauf, Ein Tag für Afrika
  • Preise für besonderes soziales Engagement und Vermerke auf dem Zeugnis
  • Rituale im Unterricht
  • Gemeinsame Frühstücke
  • Klassenrat, Klassenstunden zu Beginn / Ende der Schulwoche
  • Kommunikationstraining (geplant)
  • Schulhund Leo
  • Buslotsen, Pausenlotsen (geplant)
  • Ausbildung von Ersthelfer/innen (geplant)

 

Mit den oben beschriebenen Möglichkeiten versuchen wir, unsere Schülerinnen und Schüler zu kompetenten, mutigen, toleranten und kritischen Menschen zu erziehen, die fähig sind zu kreativem, kooperativem und flexiblem Handeln und die gesellschaftliches und ökologisches Verantwortungsbewusstsein entwickeln. 
Dies können wir nur erreichen, wenn wir unsere Schule nicht ausschließlich als Ort der Wissensvermittlung, sondern als Lebensraum begreifen und sie für andere gesellschaftliche Bereiche öffnen.
Mut, Toleranz und Kritik müssen im schulischen Leben selbst ermöglicht und eingefordert werden.