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Allgemeines zur Berufsorientierung (Elterninfo)

berufsorientierung abbildung vortrag

 

„Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf in NRW“ 

Eltern sind wichtige Partner bei der Umsetzung des Landesvorhabens.

 

Ohne Eltern geht es bei der Berufs- und Studienorientierung nicht

 

Sehr geehrte Eltern, sehr geehrte Erziehungsberechtigte, 

für eine sichere Zukunft, in der sich Ihre Kinder ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können, ist eine erfolgreiche Berufs- und Studienorientierung sowie die anschließende Berufswahl von entscheidender Bedeutung. Sie als Eltern und Erziehungsberechtigte sind hier die wichtigsten Partner, da Sie die Interessen, Potenziale und Fähigkeiten Ihrer Kinder besonders gut einschätzen können. 

Oft stellen sich die Schülerinnen und Schüler die Fragen: 

  • Welcher Beruf passt am besten zu mir und zu meinen Stärken? 
  • Brauche ich dafür eine Ausbildung oder ein Studium? 
  • Wie kann ich mich auf eine Bewerbung vorbereiten? 

Bei der Suche nach Antworten auf diese Fragen können Sie Ihre Kinder intensiv unterstützen, begleiten und beraten. Die Schulen in Nordrhein-Westfalen und andere Expertinnen und Experten, wie z.B. die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Arbeitsagenturen bieten bei diesen Fragen und ähnlichen Themen fachgerechte und kompetente Unterstützung an.

 

Praktische Tipps

Wie unterstützen die Schulen Eltern und Jugendliche bei der Berufs- und Studienorientierung?

 

An den Schulen in Nordrhein-Westfalen ist die Berufs- und Studienorientierung ein fester Bestandteil des Unterrichts. Die Grundlage für die Umsetzung ist das Landesvorhaben "Kein Abschluss ohne Anschluss", das mit breiter gesellschaftlicher Beteiligung (Ministerien, Wirtschaft, Gewerkschaften, Bundesagentur für Arbeit) einen systematischen Orientierungsprozess für jede Schülerin / jeden Schüler ab der 8. Jahrgangsstufe hin zum Übergang Schule - Beruf bzw. Schule - Hochschule - Beruf vorsieht.

 

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Dies erfolgt durch verschiedene sogenannte Standardelemente, die in dieser Information beschrieben werden (Studien- und Berufswahlkoordinatorin/-koordinator (StuBo), Berufsorientierungsbüro (BOB), Potenzialanalyse, Portfolioinstrument - z.B. Berufswahlpass NRW, Praxisphasen, Anschlussvereinbarung etc.). Ziel ist, dass die Jugendlichen auf diesen Übergang gut vorbereitet sind und ihn erfolgreich meistern.

 

1. Mit der/dem Studien- und Berufswahlkoordinatorin/-koordinator (StuBo) gibt es an den Schulen mindestens eine bestimmte Lehrkraft, die die Ansprechpartnerin bzw. der Ansprechpartner für Eltern, Schülerinnen und Schüler und weitere außerschulische Partner ist. 
(Siehe www.berufsorientierung-nrw.de/standardelemente/stubo/

Tipp: Vereinbaren Sie bei Bedarf einen Gesprächstermin mit dem StuBo Ihrer Schule. Sprechstunden finden Sie auf der Homepage der Schule Ihres Kindes.

 

2. Das Berufsorientierungsbüro (BOB) ist in vielen Schulen ein zentraler Raum für Informationen, Aktivitäten und Gespräche und eine feste Anlaufstelle für die Studien- und Berufsbera-tung an der Schule. Hier beraten Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agentur für Ar-beit zu festen Beratungszeiten über individuelle Fragen zur Berufswahl. Auch liegen hier Informationsmaterialien für Sie bereit. Nähere Informationen zu Öffnungszeiten und Aktionen findet Sie auf der jeweiligen Homepage der Schulen. 
(Siehe: www.berufsorientierung-nrw.de/standardelemente/berufsorientierungsbuero/)

Tipp: Lassen Sie sich das BOB der Schule Ihres Kindes zeigen.

 

3. Die Berufsorientierung Ihres Kindes beginnt in der 8. Jahrgangsstufe mit der Potenzialanalyse. Diese gibt den Jugendlichen Auskunft über ihre Stärken und Potenziale. Sie bietet eine Möglichkeit, im weiteren Berufsorientierungsprozess passende Berufsfelder zu erkunden und Praktikumsstellen auszusuchen. Eine Vor- und Nachbereitung erfolgt im Unterricht. Die Po-tenzialanalyse ist eine eintägige schulische Veranstaltung und findet außerhalb der Schule statt. Ihre Kinder werden an dem Tag anhand von unterschiedlichen Arbeitsaufgaben ihre Interessen und Potenziale im Hinblick auf die Arbeitswelt kennenlernen. Die Eltern können selbstverständlich an dem Auswertungsgespräch teilnehmen. Da die Potenzialanalyse von außerschulischen Bildungsträgern durchgeführt wird, ist Ihre Einwilligung in Form einer unterschriebenen Datenschutzerklärung erforderlich. Die Bildungsträger informieren Sie schriftlich über den Ablauf der Potenzialanalyse, insbesondere was dabei genau beobachtet wird. Im Rahmen der Auswertungsgespräche können Sie zusammen mit Ihrem Kind entscheiden, ob Ihr Kind die Ergebnisse der Potenzialanalyse für die weitere Beratung im Berufs- und Studienorientierungsprozess in die Schule mitnimmt. Die Potenzialanalyse wird in den verschiedenen Schulformen unterschiedlich durchgeführt. 
(Siehe: www.berufsorientierung-nrw.de/standardelemente/potenzialanalyse/)

Tipp: Nehmen Sie am Auswertungsgespräch teil, das nach der Potenzialanalyse in der Schule stattfindet. Nutzen Sie die Möglichkeit, dass die Lehrkräfte, die Ihr Kind unterrichten, an den Schulen die Ergebnisse zur individuellen berufsorientierenden Beratung heranziehen dürfen. Wir bitten Sie, die Ergebnisse über Ihre Kinder an die Lehrkräfte der Schule weiterzuleiten. Hierzu sind Sie jedoch nicht verpflichtet.

 

4. Ein wichtiges Arbeitsmittel an der Schule ist ein Portfolioinstrument, wie z.B. der Berufswahlpass NRW. Der Berufswahlpass ist ein Ordner, mit dem die Schülerinnen und Schüler im gesamten Prozess der Berufs- und Studienwahl arbeiten. Er enthält zum Beispiel wichtige Informationen zum Nachschlagen, Checklisten und Vorlagen. Zudem können die Ergebnisse aus der Potenzialanalyse, Praktikumsbescheinigungen und -zeugnisse, Ergebnisse der berufskundlichen Recherche und die Anschlussvereinbarung abgeheftet werden. Bei der Anschlussvereinbarung handelt es sich um ein Dokument, in dem die Schülerinnen und Schüler schriftlich festhalten, welche Entscheidung sie für ihren Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung bzw. in ein Studium bisher getroffen haben und welchen nächsten Schritt sie auf dem Weg zu ihrem (Wunsch-)Beruf unternehmen werden. 
(Siehe www.berufsorientierung-nrw.de/standardelemente/portfolioarbeit)

Tipp: Lassen Sie sich den Berufswahlpass von Ihrem Kind regelmäßig zeigen! Unterstützen Sie Ihr Kind beim Bearbeiten und regen Sie es dazu an, die Mappe zu allen Beratungsgesprächen der Schule und der Berufsberatung mitzubringen.

 

5. Ab dem Ende der 8. Jahrgangsstufe sammeln die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Praxisphasen erste realistische Erfahrungen und Vorstellungen über die Berufswelt. Bei den drei Berufsfelderkundungen lernen die Jugendlichen berufliche Tätigkeiten exemplarisch an jeweils einem Schultag im Betrieb praxisnah kennen. Trägergestützte Berufsfelderkundungen werden für Schülerinnen und Schüler angeboten, die an einer betrieblichen Berufsfelderkundung aus organisatorischen (wenn das Berufsfeld ungeeignet für eine tatsächliche betriebliche Erkundung ist, bspw. im Baugewerbe) oder anderen Gründen nicht teilnehmen können. Die Jugendlichen erhalten durch außerschulische Bildungsträger Einblicke in verschiedene Berufsfelder. Hier werden sie von eigens dafür ausgebildetem Personal in einen exemplarischen Arbeitsalltag eingeführt und können sich so ein Bild von diesem Berufsfeld machen. Die bei den Berufsfelderkundungen gesammelten Erfahrungen werden anschließend im Unterricht besprochen, um sie zu reflektieren und zu einer begründeten Entscheidung für die spätere Wahl der Praktikumsstelle zu kommen.

Bei einem in der Regel zweiwöchigen Betriebspraktikum werden Jugendliche aktiv in die Berufswelt eingebunden und können praktische Übungen durchführen, beobachten und Gespräche mit erfahrenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen.
Praxiskurse orientieren sich an den Anforderungen, die das erste Ausbildungsjahr an Jugendliche stellt. Sie bauen auf den Berufsfelderkundungen auf und fördern die fachlichen und sozialen Kompetenzen speziell von Schülerinnen und Schülern, die hierbei Unterstützung benötigen. Dabei werden möglichst realitäts- und praxisnahe Aufgaben eines Berufsfeldes gestellt, um die Ausbildungsreife und Anschlussorientierung der Jugendlichen zu fördern und eine erfolgreiche Aufnahme einer Berufsausbildung zu begünstigen. Durchgeführt werden die Praxiskurse von externen Trägern, die spezialisiert auf diesem Gebiet sind.

Langzeitpraktika richten sich speziell an Schülerinnen und Schüler, die um besondere Unter-stützung bei einem erfolgreichen Übergang in eine Ausbildung bitten. Durch das Langzeitpraktikum sollen die Jugendlichen üben, die Anforderungen eines Berufes mit ihren persönlichen Stärken und Potenzialen und individuellen Unterstützungsbedarfen abzugleichen und ihre Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt verbessern, ohne das Erreichen des Hauptschulabschlusses zu gefährden. Dazu arbeiten die Jugendlichen einmal pro Woche im Praktikumsbetrieb. Voraussetzung sind die Empfehlung des Jugendlichen der Klassenkonferenz sowie das Einverständnis der Schülerin / des Schülers und der Eltern, da es sich um ein Praktikum auf freiwilliger Basis handelt. 
(Siehe www.berufsorientierung-nrw.de/standardelemente/praxisphasen/).

Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine gemachten Erfahrung in der Berufs-felderkundung und unterstützen Sie es bei der Suche nach Praktikumsbetrieben. Ermutigen Sie Ihr Kind, ggf. auch über die Pflichtpraktika hinaus Praxiserfahrung zu sammeln, z.B. im Rahmen eines freiwilligen Praktikums in den Ferien. Bestärken Sie ihr Kind darin, auch Erfahrungen in Berufen zu sammeln, die nicht typisch für das eigene Geschlecht sind. Gerade daraus können sich häufig vielversprechende berufliche Perspektive ergeben.

 

6. In der 9. Jahrgangsstufe erhält Ihr Kind ein Formular, das „Koordinierte Übergangsgestaltung mit Anschlussvereinbarung“, kurz Anschlussvereinbarung, heißt. Dort schreibt Ihr Kind zwei wichtige Punkte auf: 

  • Welche Entscheidung (zu diesem Zeitpunkt) für den Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung / in ein Studium getroffen und
  • welcher nächste Schritt auf dem Weg zum (Wunsch-)Beruf geplant wird.

Das Formular gehört Ihrem Kind und sollte in das Portfolioinstrument geheftet werden.

Wichtig ist, auch an das zu denken, was nach dem Schulabschluss folgen soll: eine betriebliche Ausbildung, eine weiterführende Schulbildung und später ein Studium? In dieser wichtigen Orientierungsphase kommt es auch auf Ihre Unterstützung an. Sie helfen Ihrem Kind zwischen (Wunsch-)Beruf und den realen Möglichkeiten einen bestmöglichen Weg zu finden. 
(Siehe www.berufsorientierung-nrw.de/standardelemente/uebergangsgestaltung-/anschlussvereinbarung/)

Tipp: Informieren Sie sich über die Ergebnisse der Beratungen durch die Schule und der Be-rufsberaterinnen und Berufsberater der Agentur für Arbeit für Ihr Kind. Bringen Sie sich aktiv in den Berufsorientierungsprozess Ihres Kindes ein.

 

Wie unterstützt die Agentur für Arbeit Eltern und Schülerinnen und Schüler bei der Berufs- und Studienorientierung?

 

Eine frühzeitige Information aller Eltern und Jugendlichen, die vor der Ausbildung stehen, gehö-ren mit zu den Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit. Die Bundesagentur für Arbeit begleitet ab einem frühen Zeitpunkt, Sie, Ihre Kinder sowie Lehrkräfte bundesweit im Berufs- und Studi-enwahlprozesses. Ihre Beratung ist neutral, kostenfrei und findet in einem vertraulichen Rahmen statt. Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt des Weiteren u.a. durch Berufsorientierungsver-anstaltungen in der Schule, im Berufsinformationszentrum (BIZ) und anderen Orten. Im Berufsinformationszentrum gibt es zudem viele Informationen für Eltern sowie Schülerinnen und Schüler. Schulbesuche finden in regelmäßigen Abständen im BIZ statt. 
(Siehe: www.arbeitsagentur.de

Tipp: Vereinbaren Sie ab der Jahrgangsstufe 8 einen Gesprächstermin mit der zuständigen Berufsberaterin oder dem Berufsberater Ihrer Schule! Name und Sprechzeiten finden Sie auf der Homepage ihrer Schule.

 

Wie unterstützen Wirtschaft und Gewerkschaften Eltern und Schülerinnen und Schüler bei der Studien- und Berufsorientierung?

 

Betriebe und Unternehmen sind wichtige Partner im Prozess der Studien- und Berufswahlorien-tierung. Sie bieten den Schülerinnen und Schülern praxisnah die Möglichkeit die Berufswahl vor Ort, zum Beispiel im Rahmen von Berufsfelderkundungen und Praktika oder Lernpartnerschaften, kennen zu lernen. Die Jugendlichen können sich daher schon frühzeitig ein Bild von der Berufswelt verschaffen. Viele Unternehmen informieren an „Tagen der öffnen Tür“ oder ähnlichen Veranstaltungen über die Tätigkeitsfelder des Unternehmens und die entsprechenden Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten. Auch auf Ausbildungsbörsen, Berufsmessen etc. stellen sich Unternehmen und anderen Institutionen wie Kammern, Verbände, Hochschulen etc. vor und informieren über Berufe, Ausbildungswege, Studiengänge und mehr. Kammern werben als Partner vor Ort bei den Unternehmen für die Bereitstellung passender Plätze. Unterstützt durch die Kammern entsenden die Unternehmen z. B. Ausbildungsbotschafter in Schulen. Dies sind meist Auszubildende im zweiten Ausbildungsjahr, welche den Schülerinnen und Schülern mithilfe ihres eigenen, ganz persönlichen Erfahrungsberichtes einen authentischen Einblick in die Ausbildung mit all ihren Möglichkeiten aufzeigen. 

Gewerkschaften haben umfangreiche Informationen über die Zufriedenheit von Auszubildenden in unterschiedlichen Branchen und Berufen. 

Nutzen Sie diese Angebote und besuchen Sie entsprechende Veranstaltungen mit Ihren Kindern. 

Wir wünschen Ihnen und Ihren Kindern hilfreiche Erfahrungen in der Berufs- und Studienorientierung und eine gute Entscheidung!